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Das Passende Geschenk Zu Weihnachten

Veröffentlicht am 4 Dezember 2017 von Frank Gerritzen

Mein Marketing-Professor sagte immer: „Steter Tropfen höhlt den Stein“. Wenn Sie möchten, dass eine Botschaft ankommt, müssen Sie diese ad nauseam, also bis zum Erbrechen wiederholen. Es gibt eine Botschaft, über die man in vielen Studien hört und liest und die jede Führungskraft und jeder Personaler, nun mehr oder weniger verinnerlicht hat: Geld ist kein Motivator und falls doch hält er nicht lange an.

Was wirkt sich also nachhaltig auf das Wohlbefinden der Mitarbeiter aus und was kann man als Unternehmen am Jahresende unter den Weihnachtsbaum legen?

Ein im Courrier International* erschienener Artikel sagt viel über die echten Bedürfnisse der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus. Weg mit den Bällebädern à la Ikea, Trend-Möbeln oder extravaganten Dekorationen – alles eine Mogelpackung, um Mitarbeiter (und Journalisten) anzuwerben und für Rummel zu sorgen.

Nein, was Mitarbeiter wirklich wollen, meint Gary Cooper, sind 1. eine glaubwürdige, starke und unverrückbare Unternehmenskultur und 2. Entwicklungsmöglichkeiten. Das ist einfacher gesagt als getan.

Wir verbringen alle viele Stunden bei der Arbeit und noch mehr Zeit damit, darüber nachzudenken. Die Aufgabe der Führungskräfte liegt also darin, die Kultur ihrer Umgebung zu erkennen, zu pflegen und zu verstärken, um sie anschliessend weiterzutragen. Und das ist nicht so kompliziert wie es scheint, denn diese Kultur existiert oft schon, wird aber nicht „thematisiert“. Nehmen Sie sich Zeit, um darüber nachzudenken, welche Kultur Sie sich für Ihr Unternehmen wünschen. Kommunizieren Sie diese effizient Ihren Mitarbeitenden, um damit die Zusammengehörigkeit unter den Kollegen und die Zugehörigkeit zum Unternehmen zu fördern.

Die Möglichkeiten zur Weiterentwicklung dagegen hängen stark vom Tätigkeitsbereich des Unternehmens und den Mitarbeiterprofilen ab. Doch müssen Sie wissen, dass jeder in Weiterbildung oder Spezialisierung investierte Betrag eine weitaus bessere Anlage ist, als sonstige materielle Güter (und es stärkt die Unternehmenskultur, das Zugehörigkeitsgefühl und das Engagement von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern). Und falls es keine Möglichkeiten zur Weiterentwicklung gibt, dann sollte man dies einfach sagen!

Das alles ist weder neu noch aussergewöhnlich. Aber in vielen Bereichen unseres Lebens, egal ob privat oder beruflich, haben wir die natürliche Tendenz, uns auf die Nebenerscheinungen jeder Initiative zu konzentrieren. Wir nehmen Nahrungsergänzungsmittel und Vitamine, ernähren uns jedoch von Junkfood. Die Nahrungsergänzungsmittel gleichen die negativen Auswirkungen des Junkfoods niemals aus. Es würde reichen, wenn wir uns gesund ernähren, denn dann wären bereits 90 % unserer Bedürfnisse abgedeckt. In einem Unternehmen sollten wir auf eine gesunde Kultur auf der Grundlage von Respekt und menschlichen Werten achten und den Mitarbeitern die Möglichkeit zum Wachsen geben, dann wären bereits 99 % der Motivationsprobleme geregelt.

 

* Courrier International Nr. 1400 „De l‘inutilité des bureaux à la cool“, Cary Cooper, Auszüge übersetzt aus The Conversation, veröffentlicht am 9. Mai 2017