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Das Vertrauen

Veröffentlicht am 29 August 2017 von Vincenzo Ganci

Vertrauen definiert sich über das Sicherheitsgefühl, das jemand gegenüber einem anderen Menschen (seinem Vorgesetzten, seinem Kollegen, seinem Ehepartner…) oder gegenüber etwas anderem hegt (einem Unternehmen, einer Regierung oder ganz einfach der Zukunft). Es handelt sich um ein starkes und verbindendes Gefühl, eine Grundempfindung für die Funktionsweise des Unternehmens im Allgemeinen und jedes Unternehmens im Besonderen. Ist der Vertrauensindex seitens der Haushalte nicht Hinweis genug für eine Einschätzung des künftigen Wirtschaftswachstums?

Geht man von dieser Feststellung aus, so ist es für niemanden verwunderlich, dass Vertrauen positiv mit dem Reichtum einer Nation und dem Wohlergehen deren Bewohner in Verbindung gebracht wird. In manchen Ländern Mittel- und Osteuropas kann man in der Regel ein geringeres Niveau an zwischenmenschlichem Vertrauen ausmachen als in den nordischen Ländern und der Schweiz. Es gibt nur wenige Länder, in denen man Konsumgüter (Kleidung, Kaffeekapseln usw.) bestellen kann und diese erhält, bevor man sie überhaupt bezahlt hat. Dies ist in den meisten Breitengraden undenkbar.

Vertrauen ist ein Grundgefühl für die beruflichen und menschlichen Beziehungen. Insbesondere im Bereich der Personaleinstellung baut sich Vertrauen nach und nach auf und zwar ab der Bewerbung und während des gesamten nachfolgenden Prozesses, über die verschiedenen Vorstellungsphasen, den Arbeitsbeginn und letztendlich in unserem täglichen Berufsalltag.

Paolo Gallo, Chief Human Ressources Officer des World Economic Forum und Autor des Buchs „La Boussole du succès“ hat die wesentlichen Elemente für Vertrauen in eine Formel gepackt:

Vertrauen = (Glaubwürdigkeit + Zuverlässigkeit + Engagement) ÷ (Voreingenommenheit + Interessenskonflikt + Arroganz)

Die drei letzten Faktoren bilden den Nenner der Formel und üben einen negativen Einfluss auf das Vertrauensgefühl aus. Es gibt ausserdem einen Grundfaktor, einen echten Vertrauensmultiplikator: Das Ergebnis. Das heisst die Fähigkeit einer Person, aufgrund ihrer Arbeit positive und greifbare Auswirkungen zu schaffen.

Jetzt, wo wir wissen, dass Vertrauen die Grundlage für Wohlbefinden, Reichtum und ein gesundes Arbeits- und Lebensumfeld ist, bleibt uns nur noch, dieses Gefühl täglich zu steigern und dabei Interessenskonflikte, Voreingenommenheit, Vetternwirtschaft zu vermeiden, ebenso wie jegliche Art von Arroganz oder Machtmissbrauch. Konzentrieren wir uns bei der Arbeit auf das Ergebnis ohne Versprechungen zu machen, die wir nicht einhalten können.

Vertrauen ist die Grundlage einer Beziehung; es baut sich langsam auf, wird aber sehr schnell zerstört.