Back

Sehen, wollen und können

Veröffentlicht am 11 September 2017 von Vincenzo Ganci

Unsere Kunden verlangen Bewerber mit einem überdurchschnittlichen Verständnis für die Unternehmenskultur. Dies ist ein entscheidendes Kriterium für eine gelungene Integration. Aber es ist auch erforderlich, dass die neuen Mitarbeiter bereit und auch in der Lage sind, sich anzupassen.

Die Antennen

Die Antennen sind der Radar, der uns manchmal unbewusst die Dynamiken des Unternehmens bewusst macht. Wie lautet die verbale und nicht-verbale Sprache zwischen Kollegen? Zwischen Kollegen und Vorgesetzten? Zwischen Kollegen und Untergebenen? Es ist nicht jedem die Fähigkeit gegeben zu erfassen, was vor sich geht. Wir wurden mit einer Situation konfrontiert, in der sich eine neue Mitarbeiterin abmühte, jeden zu siezen, während eigentlich das Duzen gang und gäbe war: Erst als man ihr die Situation vor Augen führte, wurde sie sich ihrer Eigenheit bewusst. Diese Person hatte zwar keine Antennen, war aber zumindest offen. Nachdem die Dinge klar ausgesprochen waren, passte sie sich entsprechend an.

Der Wille, sich der Unternehmenskultur anzupassen

Der vorher genannte Fall war nicht schlimm, denn obwohl die neue Mitarbeiterin unsensibel gegenüber ihrem Umfeld war, widersetzte sie sich nicht der Unternehmenskultur. Hätte sie sich dagegen bewusst dafür entschieden, dass das Siezen ihre Art und Weise der Interaktion mit den Kollegen wäre, wäre der Fall schwieriger gewesen. Dieses Misstrauen gegenüber der Unternehmenskultur wäre viel früher festgestellt worden und wäre ein Haupthinderungsgrund für die Einstellung dieser Frau gewesen. Aus diesem Grund können zahlreiche Gespräche, Bewertungen der Persönlichkeit oder gar „Tagespraktika“ sehr nützlich vor einer Einstellung sein und sich als beispiellose Investition in eine erfolgreiche Integration erweisen.

Die Umsetzung

Reden und Theorie sind immer einfacher als Handeln! Ein bestimmter Bewerber hatte die Freude betont, die er an seinem neuen Arbeitsplatz aufgrund der ausserbetrieblichen Unternehmungen hätte: Veranstaltungen am Freitagabend, Wochenenden unter Kollegen oder aber ehrenamtliche Arbeit mit anderen Kollegen. Eine vielseitige Unternehmenskultur, bei der die persönliche Verbindung wichtig, ja sogar vorherrschend ist. Nun, dieser neue Kollege verschwand täglich genau dann, wenn seine Kollegen mit ihren ausserbetrieblichen Aktivitäten begannen. Er war also nie dabei und die Qualität seiner Beziehungen innerhalb des Unternehmens litt darunter. Natürlich kann man niemanden dazu zwingen, seine Freizeit mit den Kollegen verbringen zu wollen, doch hier war der Fall klar, die Dinge gesagt und ausgesprochen – doch es fehlte der echte Wille, den Worten Taten folgen zu lassen.

Die Anpassung an die Unternehmenskultur geht also über drei Stufen: sehen, wollen und können.